Die Geschichte

Herr Müller steht für handgemachten, deutschsprachigen, preisgekrönten Rock der 1990er Jahre. Gegründet 1992 gehörten die "Müllers" noch im selben Jahr zu den Siegern des Landesrockfestivals Rheinland-Pfalz und gingen in die "Förderung für Spitzenmusiker des Landes" ein. Es folgten weitere Auszeichnungen wie der SWF3-Deutschrockpreis (2. Platz), der Varta-Musikpreis (Sparte Deutschrock) oder der Maxell-Musikpreis. Bei ihren zahlreichen Konzerten (darunter eine kleine SWF3-Tour) traten sie u.a. als Support für Stars wie Roger Chapman, Bevely Jo Scott oder Jule Neigel auf.

Die Band veröffentlichte insgesamt drei CDs und eine Kassette, die zum dreißigjährigen Gründungsjubiläum 2022 über Streaming-Plattformen für jedermann verfügbar gemacht wurden. Nach dem Debut "Herr Müller kommt" (1992) folgte 1994 die EP "Herr Müller". Im Album "laut" (1997) deutet sich bei mehreren Songs ein stilistischer Übergang von einer poppigeren zu einer progressiveren und härteren Gangart an, die auf der finalen EP "republikflucht" (1998) tragend wurde.

Abgesehen von einer Rotation am Schlagzeug blieb die Besetzung der Band während ihrer Existenz 1992-1998 weitgehend unverändert. Das Mundwerk von "Herr Müller" war Marcus Anhäuser, der die respektlosen wie gefühlvollen oder provokativen Texte verfasst und performt hat. Für das Handwerk standen Peter Dümmler (Gitarre), Volker Hassenteufel (Gitarre), Enno Nilson (Tasten) und Albrecht Seiler (Bass). Die musikalischen Neigungen der einzelnen Musiker, die jeder für sich oder auch gemeinsam die Müller-Musik komponierten, schlugen sich in der müller'schen Sound- und Stilpallette zwischen Pop und Rock nieder. Am Schlagzeug gaben sich im Laufe der Jahre Michael Schwarz (1992), Thorsten ‘Toddy’ Hennerici (1992-1993), Hans-Jörg ‘Hajö’ Schmitz (1993-1996), Tino Moskopp (1996-1997) und Frank Voss (1997-1998) die Stöcke in die Hand. Eine Zäsur in der Besetzung und Ausrichtung gab es 1997 als Peter Dümmler, Enno Nilson und Tino Moskopp die Band verließen und aus dem Sextett "Herr Müller" das Quartett "Müller" mit Frank Voss am Schlagzeug wurde. In dieser kleineren Besetzung entstand die letzte CD "republikflucht". 

Unterstützt wurde die Band unter anderem von Marc Hillesheim in allen grafischen Fragen vor allem bei den Produktionen der CDs "laut" und "republikflucht" und von Daniel Rösen und Olaf Kaul in Sachen live-Technik bei zahlreichen Gigs.

Die Band löste sich 1998 auf. Die meisten Bandmitglieder sind bis heute musikalisch aktiv. Tino Moskopp, Michael Schwarz, Hans-Jörg Schmitz und Peter Dümmler haben sich als Dozenten, Produzenten, Live- und/oder Studiomusiker im Profi-Lager etabliert. Marcus ist Autor und schreibt oder bloggt als Wissenschaftsjournalist für überregionale Medien oder produziert Podcasts. Projektweise waren und sind einige Müller-Musiker noch gemeinsam auf Produktionen oder auf der Bühne zu finden; beispielsweise Tino Moskopp und Peter Dümmler bei der "Megaband" oder Enno Nilson als Gastmusiker bei Hans-Jörg Schmitz’ Progressive-Projekt "King of Agogik". Peter Dümmler ist mit seinem Merlin-Tonstudio Sound-Engineer des Vertrauens u.a. für die Musikprojekte von Tino Moskopp ("Beat!radicals", "Thin Men"), Enno Nilson ("Weichspieler") und Volker Hassenteufel.